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Tag 2 – Lucknerhütte

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Noch ist es früh, im Nachbartal scheint bereits die Sonne. Wir genießen den Moment der Stille. Fühlen den feuchten, kalten Nebel auf unserer Haut. Noch ist der Tag unberührt. Unten im Tal beginnt die Heuernte auf den Wiesen, bald soll ein Wetterumschwung kommen, sagt man im Dorf. Erste Sonnenstrahlen züngeln über die Südspitze und werfen ein Scheinwerferlicht auf den Rotenkogel. Los geht’s!


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Langsam zuckelt das Auto die steilen Serpentinen hinauf. Von der Kalser Glocknerstraße hat man eine perfekte Sicht auf das Ködnitztal. Immer weiter, vorbei an abgelegenen Höfen. Wir vermissen eine Befestigung, gute 150 Meter Abhang. Kein Wunder, im Winter ist die Straße nicht geöffnet. Oben angekommen am Lucknerhaus sind wir überrascht, welch großen Parkplatz wir vorfinden. Anscheinend kann man die Bezeichung „Basislager“ für ausgedehnte Glocknerbesteigungen wörtlich nehmen. Wir reihen uns ein und genießen den Ausblick.

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Großglockner.

Wenige hundert Meter später lassen wir die Nadelwaldgrenze hinter uns. Ein rauschender Bach begleitet uns. Sein Wasser, kristallklar und eiskalt. Genau das richtige. Die Sonne beginnt langsam ungeschützt auf das Tal zu scheinen. Wir werfen einen Blick zurück. Jeder Schritt, eine andere Momentaufnahme.

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Blick in Richtung Lucknerhaus.

Der Blick voraus ist nicht minder beeindruckend. Winzig klein können wir in der Ferne unser Tagesziel ausmachen. Wir haben nur Augen für die schroffen Felsvorsprünge. Bleibe alle 10 Schritte stehen, um das Spektakel von neuem zu beobachten. Jeder Blick scheint gemalt.

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Lucknerhütte voraus.

Plötzlich durchbricht ein weiteres Rauschen die Stille. Wasser rauscht eine Felsspalte hinunter, die tausende Jahre lang in Form geschliffen wurde. Es schmeckt rein, nichts trübt das Wasser. Trotz des Weges und der Wanderer scheint die Gegend immer noch sehr unberührt.

Oben angekommen lassen wir uns ins hohe, trockene Gras fallen. Nichts besseres, als das Rauschen des Kochers. Tee und Tortellini. Warme Haribo als Nachspeise. Dinner for Two. Wir sind müde, uns fallen die Augen zu. Im Hintergrund das Rauschen des Gletscherbachs.

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Rückweg.
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Sehnsuchtsblick.

So schwer es uns fällt, treten wir den Rückweg an. Gleicher Weg. Wanderwegserpentinen. Wasserfälle. Kuhherden. Nadelbäume. Parkplatz. Rückwärts genauso beeindruckend.

Unsere Wanderschuhe dampfen noch. Die deutsche Familie neben uns hat das gleiche Grinsen auf dem Gesicht. Tag 2, nicht nur bei uns. Muss wohl Vorfreude sein.

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Blick auf Kals.

Kühn scheuchen wir den Ford den Berg hinunter. Versuchen die vorbeiziehende Landschaft festzuhalten, die vorbeizieht.

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Kalser Glocknerstraße.

Nachher stellen wir fest: Verdammt, war die schmal. Verdammt, war das gut.