/Lappland 2013 – 12

Lappland 2013 – 12

Monotones Prasseln weckt mich.

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Das Zeltdach gefährlich nach innen gewölbt. Unsanft wird die Plane von Windböen zu Seite gedrückt. Es regnet. Noch immer. Wir beschließen zu warten. Studentenfutterfrühstück. Vorsichtig koche ich im Vorzelt Kaffee. Durch den zur Sicherheit geöffneten Reisverschluss klatschen mir schwere Tropfen ins Gesicht.

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Wittgensteins verrückte Ideen sorgen für Unterhaltung. Aus einem billigen Mobiltelefonlautsprecher klingen Mumford & Sons, Trentemøller und Of Monsters And Men. Dem Gefühl der Freiheit ist das egal. Fünf Stunden später. Regentropfen prallen unverändert auf ihr Hindernis, als wir beschließen aufzubrechen. Packen im Regen. Das nasse Zelt im Rucksack. Als ich ihn hinstelle, läuft unten ein Schwall Wasser heraus.

Kalte Kleidung klebt klamm am Körper. Rückweg ist völlig überspült. Jeder zweite Schritt führt in ein Wasserloch. Von oben unverändert durchdringender Regen. Weiche Matschlöchern nicht mehr aus, als Schuhe den Kampf gegen die Feuchtigkeit verlieren.

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Unser Weg teilt sich mit Bächen das Bett. Teilweise laufen wir mitten im Bach. Mannshohe Farne streichen die Feuchtigkeit ins Gesicht. Ohne Vorwarnung lassen wir den Wald hinter uns. Der Regen setzt aus. In meiner Hosentasche vibriert es. Handyempfang.

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Ja. Uns geht es gut. Nein. Niemand hat sich verletzt. Ja. Alle gesund. Nein. Wetter hat sich beruhigt. Was für ein Trugschluss. Die Windrichtung dreht um 180°. Die 3000 Meter entfernte Wetterfront rast auf uns zu. Sorry. Muss Schluss machen. Unwetter kommt auf uns zu. Nein. Alles gut. Ja. Wirklich. Du. Ich muss jetzt wirklich Schluss machen. Nein. Ich bin nicht aufgeregt. Ich werde nur gleich tierisch nass. Bis später. Klick. Keine Sekunde zu früh.

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Erreichen völlig durchnässt die Stuga Nunjes. Prasselndes Feuer empfängt uns. Kaminfeuer. Nur der Stugvard, ein deutscher Wanderer und eine Niederländerin suchen hier Schutz. Wir verteilen die durchtränkte Kleidung in der ganzen hölzernen Stuga. Versuche eine möglichst große Distanz zwischen die verkrusteten Wanderschuhe und mir zu bringen. Angewidert rümpfe ich die Nase. Breit grinsend sieht mich der Wanderer an. Vorteilhaft sei es, dass wir nur riechen, dass die Schuhe stinken..

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Im flackernden treffen wir letzte Vorbereitungen für morgen. Dann fallen wir in unsere Betten.