/Lappland 2013 – 7

Lappland 2013 – 7

Tag eins nach dem Sturm. Kurzer und extremer Anstieg. Eine neue Perspektive auf den See, den wir gestern schon gesehen haben sollen. Das vielleicht atemberaubendste Panorama in ganz Schweden. Unberührte Schönheit. Vor uns liegt der riesige Virihaure vor norwegischem Bergpanorma. Garniert mit zig kleinen Seen, zieht uns diese Einstellung in ihren Bann. 50 Meter gehen. 5 Minuten stehen. Schauen. 50 Meter gehen. Der gestrige Sturm hat kein Indiz hinterlassen. Strahlendes Blau spiegelt sich im See. Und umgekehrt.

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Mittagspause. Gezeichnete Szenerie. Hitze. Nördlich des Polarkreises. Als hätte man den Gardasee ein paar tausend Kilometer in den Norden versetzt. Die Augen fallen mir zu. Zischen des Gaskochers. Birkenblätter rauschen ein paar Höhenmeter unter uns. Wellen branden an den Kieselstränden. Ihr Klang verdichtet sich zwischen den Hängen zu einer wohltuenden Melodie.

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Laufen in kurzer Hose und T-Shirt. Ich spüre die Vegetation. Höhenmeter um Höhenmeter. Einen Kilometer später sind Arme und Beine zerkratzt. Es stört nicht. Eine ehrliche Rückmeldung der Natur an mich. Es berührt mich.

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Staluluokta. Halbzeit. Sauna. Helikopterlandeplatz mitten im Ort. Einfache Fischerboote mit Außenborder. Bereue meinen Bootsführerschein nicht mitgenommen zu haben. Dafür werden wir Zeugen, wie ein Versorgungshelikopter bei Sturm landet. Birken ächzen unter dem Wind. Der Pilot hingegen gibt sich völlig unbeeindruckt. Wir sind beeindruckt. Eine grasbewachsene Samikirche. Innen mit Fellen ausgelegt. Es duftet nach verbranntem Birkenholz. Ein wohliger Zufluchtsort an einem „kalten“ Wintertag.

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Restliche Strecke dehnt sich. Vermuten den See hinter jeder Anhöhe. Wetten werden abgeschlossen. Und verloren. Dafür werden wir mit einem Sandstrand entschädigt. Feinste Körnchen auf 900m Höhe. Mein Blick wandert zurück in den Sarek. Zurück zur Sonne. Hier oben scheinen die Wolken zum Greifen nah. Noch ist es nicht kalt. Die kanalartige Struktur der Hochebene lässt uns aber auf eine zugige Nacht schließen.

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Bis dahin. Entspannen auf Thermarestmatten. Brotfladen. Warmes Fertigessen. Geräucherter Fisch. Zur Krönung eine Dose Leichtbier. Imaginieren eine weitere Herr der Ringe Schlacht. Bis spät in die Nacht Musik gehört. Ein Stückchen unserer Zivilisation in dieser Abgeschiedenheit. Wolken sinken herab und verbinden sich mit dem Nebel. Es ist Zeit, endlich zu schlafen.

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Rücken schmerzt nicht. Von den Verbänden an den Füßen kann ich mich trennen. Im Halbschlaf schicke ich den Daheimgebliebenen in Gedanken Bilder des heutigen Tages. Beeindruckend, nicht?

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