/Lappland 2013 – 1

Lappland 2013 – 1

Aufstehen wie elektrisiert, gebremst durch beide angeschwollene Füße. Blick auf Bandage verheißt nichts Gutes. Einwerfen der Antibiotika. Verbandwechsel mit Kortison und Voltaren. Frühstück. Entspannte Nervosität im Raum. Es ist kurz vor sieben. Brötchenfrühstück.7.30h. Zwei Mercedes holen den Nachbarn aus dem Schlaf. Erste Tuchfühlung mit dem Gewicht des Rucksacks beim einladen – kaum zu heben. Der A6 ächzt.

In Frankfurter Flughafen Businessparken. Nach 10 Metern 10 Leute, die uns verstört, interessiert und mitleidserregt mustern. Dann hören wir auf zu zählen. Ob Wrapping Zeltstangen verbiegt? Hilft ja nichts, in der Wildnis werden bestimmt funktionsfähige rumliegen. Gewrappter Rucksack löst Defekt bei der Lufthansa-Gepäckannahme aus und offenbart den defekten Humor unseres Gegenüber. Letzter Zivilisationskaffee vor Lappland. Mehl im Handgepäck sorgt für Verwirrung an der Sicherheitskontrolle und für Lachkrämpfe. Alkohol im Dutyfree erfährt Nichtbeachtung, schließlich haben wir einen sportlichen Anspruch. Warten. Warten. Boarden. Kleiner Flieger am Ende des Rollfelds. Kein gesprächiger Sitznachbar. Schade. Hinter mir personifizierte Flugangst. Bitte nicht in meinen Nacken. Flug. Flug. Flug.

Arlanda. M u. F besorgen in Stockholm Gaskartuschen und Lebensmittel. C und ich okkupieren die Eingangshalle mit überladenem Kuli. Umzug in die Wartehalle scheitert an der Aufzugtür durch Überbreite unsere Gefährts. Also alles einzeln. Warten. 8h. Dann kommt Katharinas Flieger endlich mit einer Stunde Verspätung. Seilhüpfen in der Boardinghalle und Wettrennen mit Gepäckwagen. Zwei Zeitungen für die Fahrt mit der Bahn nach Gällivare machen das Rennen, FAZ und Welt.

DSCN1547

Nachtzug nach Boden. Platzangebot ist durchaus mit chinesischem Äquivalent vergleichbar. Unsere Mitreisende F aus W hofft auf auf unsere Ermattung, aber wir sind völlig euphorisiert. 30 Minuten später sind wir k.o. Draussen zieht bunte Neonreklame vorbei, gebrochen an den Regentropfen, die die Fensterscheibe hinunterlaufen. Verstummendes Bimmeln eines Bahnübergangs. Alle scheinen zu schlafen. Auch die Betriebsamkeit auf dem Gang hat abgenommen. Mir wird klar:

Ich bin auf dem Weg in die „letzte“ Wildnis Europas. Lappland. Es wird stickig und warm. Dank an die Firma, dass sie wasserfeste Notizbücher erfunden hat!